Brustvergrößerung: Kosten, Risiken, Methoden

Schönheitsoperation in der Ästhetischen und Plastischen Chirurgie

In Deutschland werden jährlich schätzungsweise zwischen 15- und 20-tausend Brustvergrößerungen vorgenommen. Nach Verkaufszahlen der Implantathersteller werden jährlich rund 40-tausend Brustimplantate in Deutschland verkauft. Die Differenz zwischen Herstellerangaben und Operationen ist darauf zurück zu führen, dass Brustimplantate auch erneuert und ausgetauscht werden. Das durchschnittliche Alter der Frauen die eine Brust-OP durchführen sinkt kontinuierlich. Rund 50% der 2005 operierten Patientinen waren unter 25 Jahre und zwei Prozent unter 18 Jahre. Im Jahr 2010 waren schon 68% unter 25 Jahre, davon 9% unter 18 Jahre alt. Parallel stieg das durchschnittliche Volumen der Implantate an: von rund 310ml auf 490ml, bei jungen Frauen bis 25 sogar von 270ml auf beachtliche 500ml.


Dr. med. M. Bromba leitet als Chefarzt am St. Josef Krankenhaus in Essen Kupferdreh die Ästhetische und Plastische Chirurgie. Auch die Brustoperation wird von Chefarzt Dr. med. M. Bromba begleitet. In der Klinik für Plastische Chirurgie in Essen werden sämtliche Verfahren der ästhetischen und rekonstruktiven Brustchirurgie durchgeführt. Mit den zur Verfügung gestellten Informationen haben wir einen ausführlichen Artikel verfasst der die wichtigsten Fragen klären soll.


Was kostet eine Brustvergrößerung?

Die Preise und Kosten für Brustvergrößerungen liegen in Deutschland durchschnittlich bei 3000 bis 8000 Euro. Bei Beträgen, die stark darunter ansetzen, muss die Patientin damit rechnen, dass nicht alle Bestandteile der Brust-OP enthalten sind oder der plastische Chirurg nur geringe Erfahrung vorweisen kann. Zu berücksichtigen ist, dass Behandlungen mit Eigenfett meist etwas teurer sind als Operationen mit Implantaten. Die Kosten einer Brustvergrößerung mit Silikonimplantat liegen realistisch bei rund 5500 Euro und mehr. Jedoch kann eine vorhandene Asymmetrie oder eine gleichzeitige Straffung der Brust den Preis erhöhen. Brustverkleinerungen und Bruststraffungen beginnen bei ca. 6000, variieren aber ebenfalls je nach Technik und dem Umfang des chirurgischen Eingriffs.

Preise einer Brustvergrößerung: Kosten sehr unterschiedlich

Die Preisangaben der Anbieter beinhalten gewöhnlich alle notwendigen Bestandteile der Brustoperation. Auf mögliche zusätzliche Kosten, die entstehen können, weisen professionelle Chirurgen bereits im Beratungsgespräch hin und erstellen einen detaillierten Kostenvoranschlag. Die Kosten einer Brustvergrößerung können sich je nach gewählter Operationsmethode im Aufwand stark unterscheiden. Das Beratungsgespräch ist ausführlich und Zeitinentsiv, daher wird es bei Annahme des Angebotes in den Gesamtkosten verrechnet, andernfalls können Kosten für die Beratung und Voruntersuchung anfallen. Die Preise errechnen sich aus mehreren Bestandteilen des Ästhetisch Chirurgischen Eingriffs:

  • Beratungsgespräch und Voruntersuchung
  • Operation (inkl. OP-Saal, Narkose, Medikamente, Implantate)
  • Stationärer Klinikaufenthalt für 1-2 Tage
  • Spezial-Büsten-Halter für die Heilungsphase
  • Nachsorgetermine (mindestens zwei Untersuchungen)

Wie wird eine Brust-OP durchgeführt?

Je nach individueller Ausgangssituation und Ihren persönlichen Wünschen kommen unterschiedliche Techniken und Methoden zum Einsatz. Außer bei einer Brustvergrößerung mittels Eigenfett werden alle Operationen unter Vollnarkose durchgeführt. Je nachdem, ob Sie sich für eine Brustvergrößerung, Brustverkleinerung oder Bruststraffung entscheiden, sind unterschiedliche Schnittführungen sowie längere oder kürzere Brust-Operation-Zeiten notwendig.

Risiken und Komplikationen nach der Brustvergrößerung

Die meisten Nebenwirkungen und Komplikationen einer Brustoperation treten kurz nach der Operation auf.

  • Nachblutungen und Wundheilungsstörungen
  • Infektionen
  • Kapselfibrose
  • Narbenbildung und Dehnungsstreifen
  • Dislokation oder Schäden der Implantate

Wie bei jedem operativen Eingriff kann es nach der Brustvergrößerung zu Störungen der Wundheilung sowie zu Nachblutungen oder Infektionen kommen. Um solche Komplikationen rechtzeitig zu behandeln, müssen Patientinnen zu den Nachkontrollen (mindestens zwei). Weitere Risiken und Komplikationen einer Brust-OP können durch die Implantate entstehen. Die Qualität der Implantate hat in den vergangenen Jahren aufgrund der Vielzahl an Skandalen doch wieder zugenommen, dennoch besteht die Gefahr, dass unter starker Belastung die Implantate beschädigt werden und Silikon ausläuft. Hochreines Medizinisches-Silikon ist zwar ungiftig, sollte aber nicht im Körper verweilen da es sich im Organismus verteilt oder zu Verhärtung des Brustgewebes führen kann. Eine Regelmäßige Kontrolle der Implantate ist also angebracht, da auch diese nicht ewig halten.

Haltbarkeit von Brustimplantaten

Moderne Brustimplantate mit Silikonfüllung haben eine Lebensdauer von ca 15 bis 20 Jahren. Im Vergleich zu Modellen mit Kochsalzlösungen, die nur etwa 10 bis 15 Jahren dicht bleiben, hält die Außenhülle der Silikonimplantate länger. Grund dafür sind die Anforderungen an die Festigkeit und Stabilität der Hülle, da Silikon im Körper bedenklicher ist als Kochsalzlösung. Zudem wird eine undichte Stelle, bei einer flüssigen Füllung schneller bemerkt als bei einem Gel, welches sehr langsam austritt.

(Silikon)-Implantate oder Eigenfett zur Brustvergrößerung?

Bei der Entscheidung, ob die Brustvergrößerung mit Eigenfett oder Implantaten durchgeführt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen hänge es von der Physiognomie der Patientin und von den medizinischen Voraussetzungen ab. So kann bei einer schlanken Frau wahrscheinlich keine Brustvergrößerung mit Eigenfett durchgeführt werden, weil das nötige Fettgewebe fehlt. Gewöhnlich wird im Bereich von Bauch, Hüfte und/oder Oberschenkel entsprechendes Fett entnommen, um es anschließend in die Brüste zu injizieren.

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Vor- und Nachteile von Eigenfett

Ein wesentlicher Vorteil einer Brustvergrößerung mit Eigenfett statt Implantaten sind die geringeren Risiken. Da kein Fremdmaterial eingesetzt wird, ist eine Kapselfibrose ausgeschlossen. Auch Entzündungen sind deutlich seltener, da keine großen Schnitte durchgeführt werden, über die Krankheitserreger in die Wunde gelangen können welche zu einer Infektion führen. Auch fühlt sich die Brust dadurch sehr natürlich an. Narben sind nach der Operation nicht üblich, weil das Eigenfett nur durch einen kleinen Einstich eingespritzt wird und kein Schnitt erforderlich ist.

Dennoch hat die Brustvergrößerung mit Eigenfett einen Nachteil. Mit jeder Behandlung ist ein Zuwachs um lediglich eine halbe bis maximal eine Körbchengröße möglich. Somit eignet sich die Operation für Frauen, die eine moderate Brustvergrößerung wünschen. Die Brust kann aber mit Eigenfett alle drei bis sechs Monate erneut aufgespritzt und weiter vergrößert werden, bis die gewünschte Körbchengröße erreicht ist.

Vor- und Nachteile von Implantaten

Implantate aus Silikon bieten den Vorteil, dass die Brustvergrößerung dauerhaft ist. Die Brust bleibt sehr formstabil so kann das Implantat häufig über 15 Jahre ohne Austausch im Körper verweilen. Mit dieser Methode können Brüste um zwei Körbchengrößen und mehr vergrößert werden. Auch die spätere Form der Brust ist mit einem Implantat sehr gut vorhersagbar. Eine straffere und höher stehende Brust ist so leichter zu erreichen. Hersteller bieten mehrere hundert Modelle mit unterschiedlichen Größen, Formen und Oberflächen an, wodurch der Arzt und Kundin passende Lösungen finden.

Selten verschieben oder drehen sich die Silikonkissen, wodurch eine korrigierende Operation notwendig wird. In weniger als 5 % der Operationen kommt es zu einer Kapselfibrose (Brustverhärtung). Der Körper bildet dabei um das als fremdartig erkannte Implantat neues Gewebe, dies sollte weich bleiben. Erst eine Verhärtung und eine Verformung der Kapsel führen zu Beschwerden wie Schmerzen welche operativ behandelt werden müssen.

Ein weiterer Nachteil von Implantaten verglichen mit Eigenfett bei einer Brustvergrößerung zeigt sich besonders bei schlanken Frauen, die eine geringe Oberweite und eine dünne Deckschicht haben. Wird das Implantat über dem Muskel eingesetzt, können die Ränder sicht- und spürbar sein. Deshalb werden die Kissen bei zierlichen Patientinnen in der Regel hinter den Muskel gesetzt. Hier ist der Nachteil, dass der Muskel nicht sehr dehnbar ist und deshalb häufig nur kleine Vergrößerungen möglich sind.