Altes Medizinwissen

Krankheiten gehören wie viele andere Dinge auch zu unserem täglichen Leben. Gegen diese kann aber vorgegangen werden – mit Hilfe von Arzneien. Medikamente gibt es schon seit den Ursprüngen der Menschheitsgeschichte, die älteste überlieferte Rezeptesammlung stammt von den Sumerern in Mesopotamien und ist um rund 3000 vor Christus datiert.

Von der Begrifflichkeit her ist ein Arzneimittel oder ein Medikament ein Stoff oder eine Zubereitung aus Stoffen, der bzw. die „zur Heilung oder zur Verhütung menschlicher Krankheiten“ bestimmt ist/sind oder sich zur Beeinflussung physiologischer Funktionen eignen sowie eine medizinische Diagnose sicherstellen. Die Zubereitung von Arzneien zur Behandlung von Krankheiten wird seit Tausenden Jahren durchgeführt, neben der bereits angesprochenen Rezeptesammlung der Sumerer kennt man auch den vor 3500 Jahren in Ägypten verfassten Ebers-Papyrus, der etwa 880 medizinische Rezepte und Heilmittel auflistet.

Einsatz von Pflanzen und Heilkräutern

Die ersten Arzneien waren zum größten Teil Pflanzen und Heilkräuter, daneben wurden Arzneistoffe auch aus tierischen und mineralischen Stoffen gewonnen. Die ersten Apotheken dienten als professionelle Arzneimittelzubereitungsstätten und waren an Hospitäler im Nahen Osten angegliedert, zum Beispiel etwa im 9. Jahrhundert nach Christus in Bagdad im heutigen Irak. Betrachtet man die Antike und das Mittelalter, so gab es damals im Wesentlichen zwei zentrale Stätten der Arzneimittelzubereitung, nämlich die ärztliche Praxis und der Haushalt. Die verwendeten Rezepte enthielten Inhaltsstoffe, die auch im Haushalt zum Einsatz kamen, zum Beispiel Honig, Milch und Wein. Im Mittelalter waren es dann vor allem lese- und schreibkundige Mönche in Europa, schwerpunktmäßig in Süditalien und Spanien, die das heilkundliche Wissen der Antike ins Lateinische übersetzten und damit auf den Kontinent brachten. Zudem waren viele Klöster mit Krankenstationen und Heilkräutergärten ausgestattet und die Mönche waren somit gleichzeitig Ärzte und Apotheker. Um die Arzneimittelhersteller stärker von den Ärzten zu trennen, wurden 1241 im „Edikt von Salerno“ die beiden heilkundlichen Berufe juristisch voneinander unterschieden. Bis in das 19. Jahrhundert zählte der Apothekerberuf zum Handwerk, man musste also eine Lehre absolvieren und anschließend als Geselle auf Wanderschaft gehen. Heutzutage benötigt ein Apotheker ein mehrjähriges Studium, um sich Kenntnisse zu Arzneimitteln, Arzneimittelherstellung, Arzneimittelprüfung, Arzneimittelwirkungen sowie Physiologie und klinische Pharmazie anzueignen.

Klassische Apotheke wurde um Online-Angebote erweitert

Medikamente bzw. Arzneimittel sind gegenwärtig in Apotheken erhältlich und diesen Ort für die Abgaben von Arzneimitteln und Medizinprodukten kennt man seit einigen Hundert Jahren. In diesem Zeitraum hat sich das Umfeld für die Apothekenbetreiber, also die Apotheker, allerdings grundlegend geändert – vor allem durch das Aufkommen von Online-Apotheken. Diese gibt es in Deutschland seit rund 20 Jahren. Sie definieren sich als Versandapotheken, die Bestellungen vorrangig via Internet entgegennehmen und diese dann verschicken. Bereits seit dem Aufkommen der Online-Apotheken ist das Bestellprocedere von rezeptfreien Medikamenten denkbar einfach, aber auch rezeptpflichtige Arzneien können online bestellt. Hier muss allerdings das Rezept – analog dem Vorgang in der stationären Apotheke – vorgelegt werden. In Deutschland gibt es aktuell 18.800 stationäre Apotheken, rund 3.000 davon verfügen über eine Versandhandelserlaubnis. Etwa 150 beschäftigen sich aktiv mit diesem Geschäftszweig bzw. stellt dieser das Kerngeschäft dar. Experten gehen davon aus, dass aktuell 20 bis 30 Versandapotheken den Markt der rezeptfreien bzw. Nicht-Arzneien zu 90 % beherrschen. Von den Konsumentinnen und Konsumenten wird die Möglichkeit, Medikamente und Arzneimittel online zu bestellen und geliefert zu bekommen, durchaus wohlwollend angenommen. Über 40 % der Deutschen kaufen ihre Medikamente online ein, in der Gruppe der 35- bis 44-Jährigen sind es sogar knapp an die 50 %. Aber es gibt auch noch Hemmschwellen. Dazu zählen zum Beispiel die Zeitkomponente, falls Medikamente einmal rasch benötigt werden, und die Komplexität bei der Einreichung des Papierrezepts. Aus diesem Gründen würden laut einer Umfrage über 60 % der Patienten in Deutschland ein „digitales“ Rezept nutzen. Die Vorteile des elektronischen Rezepts liegen demnach in der Umweltfreundlichkeit (52 %), im Wissensaustausch zwischen Arzt und Apotheker (34 %), im Komfort (23 %) sowie in der Therapiesicherheit (19 %). Das E-Rezept ist bereits Realität, auch wenn es derzeit noch getestet wird und somit noch nicht für alle Patienten verfügbar ist.