Verhütung – Methoden und Sicherheiten Verhütungsmittel Ratgeber

Weibliche Verhütung: natürlich oder hormonell

Spätestens nach Eintreten der Pubertät beschäftigen sich Mädchen und Jungen mit dem jeweils anderen Geschlecht und natürlich der Sexualität. Dank moderner Aufklärung wissen beide Seiten um die Auswirkungen ihres Handelns und kennen sich bezüglich Schwangerschaft und Geschlechtskrankheiten gut aus. Dies zumindest ergeben diverse Studien, welche zunächst beruhigen. Allerdings kommt es nach wie vor zu ungewollten Schwangerschaften im Teenageralter und zu unerwünschten Ansteckungen – leider immer noch viel zu häufig. Letzteres ist vor allem dann schlimm, wenn es um unheilbare Krankheiten wie etwa einer HIV-Infektion geht. Beides kann jedoch mit den richtigen Verhütungsmethoden verhindert oder vermieden werden, vorausgesetzt man hält sich an entsprechende Vorgaben. Allem voran steht zunächst die Frage: Welche Verhütungsmethode passt zu mir und inwiefern schützt sie mich?

Wie sicher sind Verhütungsmittel?

Eine 100 Prozent sichere Verhütungsmethode gibt es nicht. Ungewollte Schwangerschaften passieren sogar dann, wenn in korrekter Anwendung sowohl mit der Anti-Baby-Pille, als auch mit Kondom verhütet wird. Damit dieser Fall jedoch eintreten kann, muss viel passieren und ist daher eher ausgeschlossen oder sehr unwahrscheinlich. Wie sicher ein Verhütungsmittel ist, kann anhand des so genannten Pearl Index abgelesen werden.

Der Pearl Index wird mit Frauen verglichen, die mit der jeweiligen Verhütungsmethode innerhalb eines Jahres ungewollt schwanger wurden. Die Pille besitzt beispielsweise einen Pearl Index zwischen 0,1 und 0,9 und gilt damit als eines der sichersten Verhütungsmittel, was Schwangerschaften betrifft. Wer also sicher gehen möchte, der wählt stets Verhütungsmethoden mit einem möglichst geringen Pearl Index.

Welche Arten von Verhütungsmittel gibt es?

Grundsätzlich lassen sich alle vorhandenen Verhütungsmittel in Kategorien einordnen. Fakt ist leider, dass nicht jeder mit dem gleichen Verhütungsmittel, auch gleich gut klar kommt. Viele Frauen bevorzugen aus persönlichen oder körperlich bedingten Umständen diese oder jene Verhütungsmethode. Wichtig ist es jedoch, sich vor der Entscheidung mit seinem Frauenarzt zu besprechen. Leider ist die Verhütungsfrage in den meisten Fällen die Aufgabe der Frau. Männer verhüten in der Regel ausschließlich mit Kondomen, andere Möglichkeiten der Verhütung haben sie nicht.

Die hormonelle Verhütungsmethode

Die Antibabypille ist eine der sichersten Verhütungsmethoden, wenn es um Schwangerschaften geht. Je nach Präparat funktioniert sie auf unterschiedliche Art und Weise. Je nach Wirkstoff bringt die Pille den Körper der Frau dazu, dass diese bestimmte Hormone ausschüttet und den Körper verändern. So bleibt bei der Frau der Eisprung, welcher für eine erfolgreiche Schwangerschaft benötigt wird, aus. Folglich kann auch die Eizelle der Frau nicht befruchtet werden und eine Schwangerschaft ist schier unmöglich. Auch der Schleim im Gebärmutterhals der Frau verändert sich, sodass die Spermien des Mannes den Weg zur Eizelle nicht schaffen. Der komplette Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verändert sich, sodass es Samenzellen richtig schwer haben, sich in einer Zelle einzunisten. Gleiches gilt für den Transport der Eizelle, die sich im Eileiter befindet. Eine Befruchtung ist eigentlich bei korrekter Anwendung fast unmöglich. Unterschieden werden folgende hormonelle Verhütungspräparate:

Wer eine mechanische Barriere zwischen der Eizelle und den Spermien aufbaut, der verhindert eine Schwangerschaft ebenfalls. Das Kondom ist in diesem Bereich das am meisten verwendete Verhütungsmittel. Es schützt dabei nicht nur vor ungewollten Schwangerschaften, sondern kann auch Geschlechtskrankheiten verhindern. Mittlerweile gibt es sogar ein Frauenkondom, welches jedoch korrekter Anwendung bedarf. Auch die Kupferspirale gilt als zuverlässig und sicher, gleiches gilt für das Diaphragma und die Hormonspirale.

Die natürliche Familienplanung NFP

Mittlerweile gibt es viele Frauen, die keine Hormone oder keine Chemie zu sich nehmen möchten und damit unnatürlich in die Prozesse ihres Organismus eingreifen. Dies kann man natürlich machen, die Verhütung gilt allerdings als sehr unsicher. Vor allem junge und unerfahrene Mädchen sollten von dieser Methode keinen Gebrauch nehmen, da sich bei ihnen auch der Hormonhaushalt noch nicht eingespielt hat. Bei richtiger Durchführung allerdings kann im fortgeschrittenen Alter diese Methode sehr sicher sein. Zu unterscheiden sind folgende Methoden inklusive dem angegebenen Pearl Index:

Die operative Verhütung

Bei der operativen Verhütungsmethode geht es um die Sterilisation, welche sowohl beim Mann, als auch bei der Frau durchgeführt werden kann. Sie ist allerdings nur dann eine im Raum stehende Verhütungsmethode, wenn die Familienplanung vollständig und sicher abgeschlossen ist. Wurden die Samenleiter des Mannes erst einmal durchtrennt, so ist es fast unmöglich, diese Operation wieder rückgängig zu machen. Zumindest ist die Medizin noch nicht so weit.

Die chemischen Verhütungsmittel

Spermizide zählen zu den chemischen Verhütungsmitteln und sollen die eintreffenden Spermien abtöten, diese verlangsamen oder ganz auf ihrem Weg behindern. Allerdings ist diese Verwendung diverser Salben und Cremes nicht als alleinige Verhütungsmethode zu empfehlen. Der Pearl Index liegt nämlich bei bis zu 21 und gilt daher als ziemlich unsicher. Wer diese Methode allerdings mit der Barrieremethoden oder der Temperaturmethode kombiniert, der kann damit einen zusätzlichen Schutz bilden.

Welche Verhütungsmethode passt zu mir?

Grundsätzlich sollte diese Frage zunächst mit dem Frauenarzt besprochen werden. Immerhin werden viele verschiedene Faktoren in die Entscheidung gesteckt, sodass man keine pauschale Aussage treffen kann. Junge Frauen werden aber in den meisten Fällen mit der Antibabypille versorgt, da sie den höchsten Schutz gegen ungewollte Schwangerschaften bieten. Alternativ werden alle anderen genannten Hormonverhütungsmethoden empfohlen. Da diese Verhütungsmethoden allerdings nur gegen ungewollte Schwangerschaften schützen, wird zusätzlich die Verhütung durch Kondome empfohlen. Wichtig ist eine umfangreiche Aufklärung auch im Bezug auf Geschlechtskrankheiten. Gerade in jungen Jahren kommt es hierbei nämlich zu verschiedenen Ansteckungen, im schlimmsten Fall sind sie nie wieder heilbar.
Innerhalb einer Ehe geht es meist an die Familienplanung, wobei viele auf Hormone und künstliche Stoffe verzichten möchten. Dann kann mit einem eingestellten Zyklus und mit Hilfe der Körpertemperatur verhütet werden oder die Familie geplant werden. Für Frauen mit einem unregelmäßigen Zyklus ist diese Methode aber dennoch nicht zu empfehlen und kommt ganz auf die jeweilige Frau an.
Ist die Familienplanung für beide Seiten abgeschlossen oder gar grundsätzlich ausgeschlossen, so kann man über einen operativen Eingriff nachdenken. Diese Verhütungsmethode ist allerdings ziemlich radikal, denn sie kann nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Verhütungsmythen

Unter Jugendlichen kursieren sehr viele Mythen im Bereich Verhütung, beispielsweise was die korrekte Einnahme und Wirkung der Pille angeht. Beispielsweise wirkt diese bei Durchfall oder Erbrechen nicht mehr vollständig und auch die bekannte „vorher-rausziehen-Methode“ geht in vielen Fällen schief.


Verschiedene Verhütungsmittel in der Übersicht

Die Pille

Monatspackung Anti-Baby-Pillen
Die Antibabypille
Bildquelle: pixabay.com

Die Pille ist ein hormonelles, orales Verhütungsmittel. Sie enthält künstlich hergestellte weibliche Geschlechtshormone. Durch verschiedene Hormoninhalte wird zum einen der im Zyklus schwankende eigene Hormonspiegel weitestgehend konstant gehalten. Dies geschieht vor allem durch Östrogen. Zudem wird durch Gestagen die Reifung der Eizelle aktiv unterbunden. Zusätzlich wirkt dieses hemmende Hormon auf den Muttermund ein. Der dort gebildete Schleim wird zähflüssiger und erschwert Spermien damit das Durchdringen.
Die unterbindende Funktion setzt auch an Eierstöcken und Gebärmutter an. Die Eierstöcke werden in ihrer Funktion gehemmt, was einer befruchteten Eizelle die Wanderung zur Gebärmutter unmöglich macht. In der Gebärmutter selbst wird der natürliche Aufbau der Schleimhaut gehemmt, wodurch ein Einnisten einer befruchteten Zelle unmöglich gemacht wird.
Pillen gibt es in verschiedenen Hormonzusammensetzungen und werden individuell durch den Arzt angepasst. In der Regel wird das Verhütungsmittel drei Wochen eingenommen, danach wird eine Woche pausiert, um eine Periode auszulösen. Es werden aber auch Antibabypillen angeboten, die verschiedene Hormonzusammensetzungen im Wechsel enthalten und ohne Pausen eingenommen werden.
Die Pille bietet bei richtiger Einnahme durch die vielseitige Wirkung einen Schutz vor Schwangerschaft von 99,99 Prozent.


Einphasenpille

Eine Einphasenpille beinhaltet Östrogen und Gestagen. Beide Hormone sind dabei über die Einnahmedauer in jeder Pille konstant. Dadurch wird die natürliche Hormonverteilung des weiblichen Körpers beeinflusst, was eine regelmäßige Pause bedingt. Die Einnahme erfolgt dabei täglich etwa zur selben Uhrzeit und dies über drei Wochen. Danach wird eine Woche pausiert, in der eine Blutung einsetzt. Diese ist nicht mit der natürlichen Periode zu vergleichen sondern kann eher als Nebenwirkung durch Präparatabsatz angesehen werden.
Die beiden Hormone Östrogen und Gestagen verhindern aktiv die Reifung der Eizellen und schützen zusätzlich, indem eine möglicherweise befruchtete Eizelle an der Einnistung in die Gebärmutter gehindert wird.
Neben den typischen drei-Wochen-Blistern existieren auch Blister für 28 Tage auf dem Markt. Hierbei sind die ersten 21 Pillen mit der Östrogen-Gestagen-Kombination versehen, die weiteren 7 sind reine Placebos. Sie sollen dabei helfen, die nächste Pilleneinnahme bei Ängstlichkeit vor dem Vergessen zu garantieren.
Die Einphasenpille eignet sich bedingt zum Verschieben der Periode. Dies geschieht durch Verkürzung der Tage, an dem die Antibabypille nicht eingenommen wird. Dies sollte jedoch nicht zu oft geschehen, um den Hormonhaushalt nicht ins Ungleichgewicht zu bringen. Dies kann zu Zwischenblutungen führen.
Der Verhütungsschutz liegt bei diesen Präparaten bei 99,5-99,8 Prozent.

Zwei-Phasen-Pille

Bei der Antibabypille dieses Typus bestehen die ersten 7 Tage der Einnahmepillen aus Östrogen. Die darauffolgenden 14 Tage werden dann durch eine Kombination aus Östrogen und Gestagen abgedeckt.
Hierbei ist die Kombination dem natürlichen Körperverhalten der Frau mehr angeglichen. Dies gibt den gleichen Schutz wie Einphasenpräparate, kann aber Nebenwirkungen und Unverträglichkeit deutlich reduzieren.
Dennoch werden besonders jungen Mädchen und Frauen von diesen Pillen abgeraten, da es hier vorkommen kann, dass der natürliche Zyklus nicht gut genug eingespielt ist und dadurch die Gefahr durch die künstlichen Hormone für Risiken wie Thrombose steigt. Bei älteren Frauen kann das Medikament zur verhütenden Wirkung dazu beitragen, Zwischenblutungen zu reduzieren und einen gleichmäßigeren Zyklusverlauf herzustellen.
Zur besseren Unterscheidung der beiden Pillensorten im Blister werden zwei verschiedene Farben verwendet. Dies schließt eine Verwechslung in der Einnahme aus. Durch die hormonell an den Zyklus angelehnte Einnahme wird das Medikament häufig dann eingesetzt, wenn die Einphasenpille nicht vertragen und daher nicht eingenommen werden möchte oder soll.

Zwei- und Dreistufenpräparate

Zweiphasenpräparate unterliegen dem selben Wirkprinzip wie die Zwei-Phasen-Pille. Der Schutz vor Schwangerschaft wird durch die Einnahme zweier Pillensorten gewährleistet. In den ersten sieben Tagen besteht die Pille dabei aus Östrogen. In den darauf folgenden 14 Tagen aus Östrogen und Gestagen in Kombination. Dreistufenpräparate funktionieren ähnlich und teilen sich für noch bessere Anpassung an den natürlichen Zyklus in 3 Phasen ein.
In der ersten sechstägigen Phase wird eine Kombination aus Östrogen und Gestagen eingenommen. An diese schließt sich eine Phase von fünf bis sechs Tagen an, in der die Dosierung der beiden Hormone erhöht eingenommen wird.
In der dritten Stufe, die neun oder zehn Tage eingenommen wird, ist die Konzentration von Östrogen abgesenkt, während die des beinhaltenen Gestagen weiter steigt.
Bei beiden Präparatformen liegt der Schutz bei 99,5 bis 99,8 Prozent. Diese Pillen werden vor allem dann eingesetzt, wenn sich Unverträglichkeiten bei Einnahme der Einphasenpille zeigen oder der natürliche Zyklus in besserem Gleichgewicht gehalten werden soll, um Nebenwirkungen zu reduzieren.

Mikropille

Die Mikropille gibt Schutz durch Östrogen und Gestagen. Um dem Körper weniger künstliche Hormone zuzuführen, ist die Dosis des Medikaments geringer. Dadurch ergibt sich eine bessere Verträglichkeit für die Anwenderin. Mikropillen enthalten dabei eine möglichst geringe Hormonkonzentration, die zugleich ausreichend Schutz bietet.
In der Regel werden diese als Einphasenpräparate angeboten.
Um den Schutz sicherzustellen, sollte hierbei unbedingt auf die Einnahmezeit geachtet werden. Je geringer die Dosierung an Hormonen, desto präziser sollte man sich an die Einnahme aller 24 Stunden halten. Wird die Einnahme vergessen, kann diese innerhalb von zwei Stunden nachgeholt werden. Es sollte dann jedoch auf eine zusätzliche Verhütungsmethode über sieben Tage zurückgegriffen werden.
Lange Zeit stand diese Pillensorte, die eine Weiterentwicklung der Einphasenpille darstellt, im Verdacht besonders bei Raucherinnen und Übergewichtigen das Thrombose-Risiko zu erhöhen. Dieser Verdacht wurde jedoch nicht bestätigt und somit ist die Mikropille heutzutage eine der am meist verwendeten oralen Verhütungspräparate. Durch die geringere Hormonsubstitution treten weniger Unverträglichkeiten auf und das bei hohem Schutz.

Minipille

Im Gegensatz zu anderen Antibabypillen enthält die Minipille nur Gestagene. Östrogen ist nicht enthalten.
Somit wirkt die Minipille vor allem am Gebärmutterhals. Dort führen die künstlichen Hormone zur Verdickung, so dass keine Spermien in die Eileiter geraten können.
Neuere Minipillen werden auch als Kombipräparat angeboten, welches zusätzlich für das Ausbleiben des Eisprunges sorgt.
Minipillen wirken mit wenig künstlichem Hormon und bedingen eine präzise Einnahme, da nur Gestagen als Schutz enthalten ist.
Es sollte sich daher unbedingt an einen präzisen Einnahmeplan gehalten werden. Dieser sieht vor, dass immer zur gleichen Zeit die Pille genommen wird. Es bietet sich hierbei an sich einen Timer am Telefon zu stellen.
Zudem zeichnet sich diese Pillenvariante darin aus, dass es keine Pausen in der Einnahme gibt. Das Mittel wird täglich ohne die sonst übliche siebentägige Abbruchphase eingenommen. Dies kann zu Problemen bei der monatlichen Blutung führen.
Zwischenblutungen und Ausbleiben der Regel sind häufige Nebenwirkungen. Diese Problematik klingt nach einer Zeit ab, wenn die Gewöhnung des Körpers stattgefunden hat. Besteht sie weiter, sollte über eine andere Methodik abgewogen werden.
Geeignet ist sie vor allem für Frauen, die Östrogen als Inhaltsstoff nicht vertragen und für junge Mädchen.

Östrogenfreie Pille

Östrogenfreie Pillen wirken rein über Gestagene. Dabei besonders über das Hormon Desogestrel. Dieses bewirkt gleich mehrere Veränderungen, die den Schutz vor Schwangerschaft bilden.
Zum einen wird die Ausschüttung des natürlichen Hormones verhindert, welches den Eisprung auslöst. Zum anderen wird die Bildung eines Schleimpfropfes angeregt, welcher Spermien am Eindringen in den Eierstock hindert. Zusätzlich wird der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut gefördert, um eine Einnistung einer befruchteten Eizelle zu verhindern.
Diese östrogenfreien Pillen sind auch als Minipille bekannt. Besonders Frauen, die herkömmliche Kombipräparate mit Östrogenen nicht vertragen, können so sicher verhüten. Zusätzlich stellt die geringere Konzentration an Gestagen eine Minimierung von Risiken und Nebenwirkungen dar.
Durch das Fehlen des Östrogens und der geringeren Dosierung an Gestagen ist es zwingend nötig, auf präzise Einnahme zu achten. Bereits ein Vergessen von zwei Stunden kann den Verhütungseffekt aufheben und es werden zusätzliche verhütende Maßnahmen notwendig. Bei der Einnahme selbst gibt es keine "Pillenpause". Dies kann zu Unregelmäßigkeiten im Zyklus führen, besonders zu Beginn der Einnahme. Zwischenblutungen sind dabei nicht selten. Auch ganze Ausfälle der Monatsblutung sind zu beobachten. In der Regel pegelt sich der Körper von allein wieder ein, Geschieht dies nicht, sollte über eine andere Methode nachgedacht werden.

Dreimonatsspritze

Die Dreimonatsspritze bietet Verhütung über das Hormon Gestagen. Dieses wird als Depot in den Delta- oder Gesäßmuskel der Frau injiziert. Dieses Depot im Unterhautfettgewebe wird langsam und gleichmäßig über die Blutbahn verteilt und sorgt dafür, dass der verhütende Effekt eintritt. Wie bei jeder Verhütung mit Gestagen wird der Körper am Eisprung gehindert und die Gebärmutterschleimhaut in ihrem Aufbau unterstützt, um eine mögliche Einnistung einer befruchteten Eizelle zu verhindern.
Die Anlage eines Schleimpfropfs am Gebärmutterhals schützt zusätzlich, indem er das Eindringen von Spermien verhindert.
Momentan befinden sich nur wenige Präparate dieser Sorte auf dem Markt. Nach Injektion hält die Depotwirkung drei Monate an. Immenser Vorteil ist dabei, dass keine Einnahme von Verhütungsmitteln vergessen werden kann und auch bei Durchfall oder Erbrechen ein sicherer Verhütungsschutz besteht. Dieser Depotschutz macht eine Anwendung anderer Verhütungsmittel unnötig.
Durch die recht hohe Dosierung ist es jedoch nicht möglich die Verhütung einfach abzubrechen. Das Depot muss stets erst verbraucht werden. Anschließend kann es ein bis zwei Zyklen dauern, bis der Körper auf seinem normalen Zustand läuft. Möchte man weiterhin verhüten kann quartalsweise durch neue Injektion der Verhütungsschutz aufgefrischt werden. Zusätzlich wird die Methode vorab durch den Gynäkologen ausreichend abgeklärt, um Risiken und Unverträglichkeiten auszuschließen.
Daher empfiehlt sich diese Methode vor allem für Frauen, die keinerlei Schwangerschaftswunsch haben oder eine wirklich langfristige, sichere Verhütung anstreben.

Hormonimplantat

Hormonimplantate werden auch Verhütungsstäbchen genannt. Dabei handelt es sich um einen etwa vier Zentimeter langen Stab, welcher über lange Zeit Gestagen abgibt.
Das Stäbchen wird dabei unter die Haut des Oberarmes gebracht, wo es bis zu drei Jahre verweilen kann. Von dort aus wird stetig eine geringe Dosis des verhütenden Hormones abgegeben. Dieses bewirkt zum einen die Hemmung des Eisprungs und sorgt zugleich dafür, dass Spermien gar nicht erst in den Eileiter gelangen, um eine Eizelle zu befruchten.
Wird ein solches Stäbchen implantiert, wird der weniger genutzte Arm herangezogen. So wird der Verhütungsstab bei Rechtshänderinnen links und bei Linkshänderinnen rechts unter die Haut in der Oberarminnenseite gelegt. Dort kann es bis zu drei Jahre verweilen. Nach Einsetzen ist eine halbjährige Kontrolle des Hormonstatus von Nöten, um die Sicherheit des Hormonimplantats zu gewährleisten.
Das Stäbchen eignet sich besonders für Frauen, die langfristig verhüten wollen und keinen Kinderwunsch besitzen. Nach Entfernung eines Implantats kann es mehrere Monate dauern, bis sich der körpereigene Zyklus wieder eingestellt hat. Das Stäbchen muss möglicherweise früher ausgetauscht werden, wenn die Anwenderin unter Übergewicht leidet. Zudem kann die Wirkung des Stabes reduziert sein, da Fettgewebe die Freigabe des Hormons abmindern kann.
Ein Implantat ist ähnlich der Dreimonatsspritze ein Depotmedikament. Der Wirkstoff wird langsam und stetig abgegeben. Dadurch greift es in den körpereigenen Hormonhaushalt ein und kann zu Zwischenblutungen oder komplettem Ausfall der Regelblutung führen.
Wichtig bei Einsatz des Implantats ist die Präzision des behandelnden Arztes. Das Stäbchen muss sicher und fest unter der Haut sitzen, um ein Verrutschen oder gar Wandern in andere Körperbereiche zu verhindern und dort ernste Schäden zu verursachen.

Verhütungsring

Der Verhütungsring ist ein Verhütungssystem aus Kunststoff, welches gleichmäßig die Hormone Östrogen und Gestagen abgibt. Dabei wird er in die Scheide eingeführt und dort über eine Dauer von drei Wochen belassen. Über die Scheidenschleimhaut werden die Hormone verteilt und entfalten ihre Wirkung. Vorteil des Kunststoffringes ist die gute Verträglichkeit durch sehr geringe Hormondosierung. Da die Hormone keine langen Wege durch die Blutbahnen nehmen müssen, reicht eine minimale Konzentration, um sicheren Schutz zu gewährleisten.
Östrogen und Gestagen verhindern hier, wie die Antibabypille, den Eisprung, bauen die Gebärmutterschleimhaut mit auf und sorgen durch Verdickung des Gebärmutterhalses dafür, dass Spermien gar nicht erst vordringen können.
Wie bei der Pille hat der Ring eine Wirkungsdauer von drei Wochen. Danach wird er aus der Scheide entnommen. Die darauffolgende Woche führt zur Regelblutung. Nach sieben Tagen Pause wird einfach ein neuer Ring eingesetzt.
Der Ring selbst ist weich und biegsam und etwa 5cm im Durchmesser. In der Scheide platziert legt er sich an die Schleimhäute an und gibt die entsprechenden Wirkstoffe ab. Dabei ist es gleich, an welcher Stelle in der Scheide der Ring platziert wird. Wichtig ist dabei nur, dass die Trägerin keine Missempfindungen dabei erfährt. Treten diese doch auf, muss der Sitz noch einmal nachkorrigiert werden.

Da der Hormonring über die Dauer der drei Wochen an Ort und Stelle verbleibt, entfällt eine tägliche Anwendung, an die Frau sich erinnern muss. Zudem lässt seine Wirkung bei Magen-Darm-Problemen wie Übelkeit und Durchfall nicht nach. In der Regel werden die verhütenden Ringe - einmal richtig platziert, weder von der Trägerin noch vom Sexualpartner wahrgenommen. Sollten beim Verkehr doch Missempfindungen auftreten, kann der Ring für einige Zeit entnommen werden. In der Regel besteht die Entnahmezeit 3h. In diesem Zeitraum besteht voller Schutz, wird das Einsetzen darüber hinaus vergessen, sollte mit einer zusätzlichen Methode verhütet werden.

Verhütungspflaster

Verhütungspflaster wirken wie Kombipillen durch Östrogen und Gestagen. Beide Hormone schützen dadurch, dass sie den Eisprung gezielt unterbinden. Zusätzlich fördern sie den Aufbau der Schleimhaut in der Gebärmutter, die eine Einnistung verhindert. Durch einen Schleimpfropf am Gebärmutterhals wird zudem das Eindringen von Spermien verhindert.
Das Pflaster gibt seine Hormone über die Haut an den Körper ab. Dabei wird es an eine beliebige Hautstelle aufgeklebt. Einzig der Bereich der Brüste ist als Klebestelle nicht geeignet. Vor der Anwendung sollte die Haut sauber und trocken sein. Cremes würden die Haltbarkeit des Klebstoffs beeinträchtigen. Daher sollte vor Aufbringen darauf verzichtet werden. Das erste Pflaster wird fest aufgeklebt und verbleibt eine Woche auf der Haut. Dabei sollte öfters kontrolliert werden, ob es noch ordentlich haftet und die gesamte Fläche an der Haut aufliegt. Nach einer Woche wird das Pflaster abgezogen und ein neues an einer anderen Hautstelle angebracht, auch hier muss der Sitz ordentlich kontrolliert werden.
In der Regel sind die Pflaster sowohl für Sport als auch zum Schwimmen geeignet.
Sollte es geschehen, dass sich das Pflaster löst, bleibt der verhütende Schutz über 24 Stunden erhalten. In dieser Zeit sollte zwingend ein neues aufgeklebt werden. Ist diese Frist überschritten, wird eine weitere Verhütungsmethode über 7 Tage nach neuem Aufkleben des Pflasters notwendig. Das Pflaster bietet guten Schutz und umgeht Risiken wie Magen-Darm-Problematiken oder das Vergessen einer hormonellen oralen Methode. Jedoch muss wieder und wieder der Sitz kontrolliert werden.

Die Barrieremethoden

Unter Barrieremethoden versteht man jegliche Verhütung, die dadurch herbeigeführt wird, dass Spermien am Eindringen über den Gebärmutterhals gehindert werden.
Bei dieser Methodik gibt es zum einen die Möglichkeit des Kondoms für den Mann und durch ein Diaphragma für die Frau. Beide Methoden kommen ohne Hormone aus und beeinträchtigen somit den Zyklus der Frau nicht. Zudem werden sie nicht dauerhaft, sondern nur zum Geschlechtsverkehr angewandt.

Kondome

Kondom zur Verhütung
Handelsüblich verpacktes Kondom
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Kondome sind dehnbare Hüllen mit einem Auffang am vorderen Ende, welches vom Mann über den erigierten Penis gezogen wird. Dort verbleibt es beim Geschlechtsakt und fängt das Ejakulat auf. Somit können keine Spermien eindringen und die Befruchtung der Eizelle wird verhindert. Wichtig bei der Verwendung eines Kondoms ist die richtige Größe und ordentlicher Sitz. Sowohl zu große als auch zu kleine Präservative können dazu führen, dass der Schutz sinkt. Durch Reißen oder Abrutschen entfällt der Schutz sofort. Kondome sind als Verhütungsmethode bei richtiger Anwendung sicher und bieten zusätzlichen Schutz vor Infektion. Sie bieten die einzige Möglichkeit sich vor Geschlechtskrankheiten zu schützen, da sie verhindern, dass Körperflüssigkeiten und Schleimhäute miteinander in Kontakt kommen. Des weiteren bieten sie - im Gegensatz zu hormonellen Methoden keine Nebenwirkungen. Sollte eine Allergie gegen Latex bestehen, bietet der Handel auch Modelle aus anderem Material an, welches dann verwendet werden kann.


Femidom

Kondom für die Frau
Auch für die Frau gibt es Kondome
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Das Femidom stellt das weibliche Pendant zum Kondom dar. Dabei handelt es sich um ein zylindrisches weiches Kondom aus Kunststoff. Dieses wird in die Scheide eingeführt. Das geschlossene Ende deckt dabei den Muttermund ab und hindert damit später Spermien daran einzudringen.
Am äußeren Ende sorgt ein Ring für sicheren Sitz und verhindert das Verrutschen des weichen Zylinders. Das Femidom kann bis zu zehn Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden. Allerdings sind die Kondome für die Frau sehr anfällig für Risse. Daher bieten sie keinen so hohen Schutz wie die männliche Variante.


Diaphragma

Ein Diaphragma ist eine kleine, weiche Gummihülle, die wie eine Schutzhaut vor dem Gebärmutterhals eingesetzt wird. Für Spermien ist das Material undurchdringbar.
Diese Verhütungsmethode kommt komplett ohne Hormone aus und bietet hohe Sicherheit. Dazu wird vom Arzt eine Messung durchgeführt und das Diaphragma entsprechend der persönlichen Körpergegebenheiten angepasst. Nur so kann perfekter Sitz gewährleistet werden.
Anschließend wird es vor dem Geschlechtsverkehr eingeführt und in Position gebracht. Dies kann zu Beginn einige Übung erfordern, damit das Verhütungsmittel auch wirklich schützen kann. Verrutschen lässt den Verhütungsschutz augenblicklich erlöschen.
Ist die Anpassung an die Nutzerin und das Einsetzen jedoch präzise erfolgt, bietet es sicheren Schutz ohne den Körper durch Hormone zu belasten.

Verhütungscreme

Bei dieser Barrieremethode handelt es sich um eine chemische Barriere. Die enthaltenen chemischen Substanzen der Creme töten die Spermien ab und lassen sie so nicht bis zum Muttermund vordringen. Neben Cremes stehen auch Gele und Zäpfchen zur Verfügung.
Möchte man mit dieser Methode verhüten, sollte die Creme je nach Hersteller zehn bis zwanzig Minuten vor dem Geschlechtsverkehr, möglichst tief in die Scheide aufgebracht werden. Dort bleibt sie und entfalten in der Verweildauer ihre chemische Barriere. Vor Anwendung sollte abgeklärt werden, ob das chemische Mittel vertragen wird, um allergische Reaktionen ausschließen zu können. Da der Schutz je nach Creme stark in der Wirkdauer variieren kann, sollte vorab sichergestellt werden, dass die Einwirkzeit eingehalten wurde. Da es sich um chemische Substanzen handelt ist die zusätzliche Verwendung eines Kondoms nicht möglich.

Verhütungsspray

Sehr neu sind Verhütungssprays. Diese Produkte befinden sich allerdings noch in der Testphase. Diese Sprays sollen an Scheideneingang oder Penis aufgetragen werden und die Spermien hemmen. Es fungiert ähnlich einer Verhütungscreme, soll aber später eine längere Wirkdauer bei weniger Chemie garantieren. Ob diese Wirkmethode ausreichende Sicherheit bietet kann noch nicht gesagt werden.